

Drei indianische Mythen und eine noch nie zuvor auf Deutsch veröffentlichte Prophezeiung
Fabio R. de Araujo
In meinem Buch »Prophezeiungen über das Ende der Welt«, in dem einige Kapitel über Mythen enthalten sind, habe ich auch einen interessanten Mythos aufgenommen, der noch nie zuvor auf Deutsch veröffentlicht worden ist. Im vorliegenden Artikel werden wir drei weitere Mythen und eine Prophezeiung betrachten, die das Ende der Welt zum Thema haben und die weltweit noch in keinem Buch herausgebracht wurden, mit Ausnahme einer 1986 in Brasilien erschienenen Zeitschrift. (1) Das Interessante daran ist, dass diese Mythen von einem Deutschen namens Curt Unckel zusammengetragen wurden, der etwa 40 Jahre lang in Brasilien lebte. Viele dieser Mythen sind der Wissenschaft nach wie vor unbekannt.
Der Deutsche Curt Unckel wurde 1883 geboren und ging 1905 nach Brasilien. Im Internet findet man nicht viel über ihn, wenngleich in mehreren Sprachen ein Wikipedia-Eintrag über ihn existiert, und zudem sind in Deutschland einige Bücher über ihn veröffentlicht worden. Später wurde Curt Unckel so etwas wie das Pendant dessen, was Franz Boas in den USA war – der Vater der brasilianischen Anthropologie, der Vater der brasilianischen Ethnologie und vieles mehr.
Curt Unckel oder auch »Nimuendajú« (vorn links sitzend) bei einem Stamm der Canela-Indianer (1930).
Nach seiner Ankunft in Brasilien beschloss Curt Unckel, Indianerstämme zu erforschen, und so lebte er viele Jahre lang bei dutzenden brasilianischen Stämmen in verschiedenen Regionen Brasiliens und lernte ihre Sprachen und Bräuche. Auch nahm er an mehreren archäologischen Erkundungsreisen teil, die von europäischen und brasilianischen Museen unterstützt wurden. Die dabei gesammelten Stücke finden sich heute in Museen weltweit, darunter auch in Deutschland. Unckel trug in Brasilien etwa 300 Mythen zusammen, und diese Mythen liegen heute leider vergessen in einer kleinen Bibliothek, die Unckels Sammlung nach dessen Tod erwarb. Unckel starb in den 1940er-Jahren in den Tiefen des brasilianischen Urwalds. Sein Leichnam wurde später zurück nach Jena überführt, wo er im Paradiespark beigesetzt wurde.
Der in der Schweiz geborene Alfred Metraux, einer der bedeutsamsten Anthropologen des 20. Jahrhunderts, schrieb einst, dass er dem Tag entgegen fiebere, an dem die von Curt Unckel zusammengetragenen Mythen endlich veröffentlicht würden – was aber leider nie geschah. Zumindest ein Teil von ihnen findet sich nachfolgend.
So zum Beispiel eine Prophezeiung über das Ende der Welt, die von den Santa-Rosa-Indianern im brasilianischen Bundesstaat Bahia stammt:
»Es wird nicht mehr lange dauern, und die Welt wird zu Ende gehen. Dann wird das Land erzittern und stöhnen. Es wird brennen und in sich zusammenstürzen. Die Sonne wird sich verdunkeln, und in dieser Finsternis werden viele wilde Tiere hervorkommen und die Menschen verschlingen. Wenn die ganze Erde verbrannt ist, wird das Meer sich über sie ergießen und sie abkühlen. Dann wird eine neue Welt beginnen. Die Erde wird sich in Blumen kleiden, und die Engel werden herabsteigen.«
Der folgende Mythos stammt von den Kamaka-Indianern und erzählt von einem regenreichen Sturm und dem vorübergehenden Verschwinden von Sonne und Mond. Curt Unckel erhielt diesen Mythos 1938 von einer alten Frau, die sowohl die Sprache als auch die Traditionen der Kamaka kannte, weil sie die letzte Überlebende des Stammes war, der im 20. Jahrhundert ausstarb:
»Sonne und Mond gingen zusammen umher. Es regnete sehr stark und ohne Pause. Sie fanden eine Höhle in einem Felsen und suchten dort Obdach vor dem Sturm. Der Mond sprach: ›Bruder, es scheint so, als würde die Höhle sich schließen.‹ Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, da fügten sich die Steine am Eingang zusammen, und Sonne und Mond steckten in der Höhle fest. Die Sonne verwandelte sich in einen kleinen Käfer und entkam durch einen Spalt, doch der Mond blieb in der Höhle gefangen.«
Ein weiterer Mythos, der ebenfalls von den Kamaka stammt, handelt von einer Verdunklung der Sonne und einem weltweiten Feuer:
»Vor langer, langer Zeit starb die Sonne. Sie verdunkelte sich, und auf der ganzen Erde herrschte Finsternis. Alle Tiere schlossen sich zusammen, um die Menschen zu töten. […] Feuer fiel vom Himmel, und die Wälder brannten. Die Menschen, die vor dem Feuer ans Wasser flohen, starben dennoch, weil die Gewässer austrockneten. Ein Mann hatte die Katastrophe vorhergesehen. Er grub ein tiefes Loch in den Boden, schleppte Wasser hinein und blieb mit seiner Familie dort. Er bedeckte den Eingang und wartete auf das Erlöschen des Feuers. Der Mann war ein Priester, und mit seinen magischen Formeln erweckte er die Sonne wieder zum Leben.«
Dann gibt es noch einen Mura-Mythos über die Sintflut. Die Mura sind ein Stamm, der noch heute in den Amazonaswäldern lebt. Etwa 10.000 dieser Indianer leben heute am Fluss Madeira. Dieser Mythos wurde 1926 aufgeschrieben:
»Der Wasserspiegel begann zu steigen. Die Menschen flohen auf der Suche nach einem Ort, an dem sie überleben konnten. Sie fanden einen hohen Berg, stiegen hinauf und ernährten sich von den Tieren, die ebenfalls an diesen Ort geflüchtet waren. Als das Wasser schließlich schwand, fanden die Menschen nicht mehr zurück in ihre Heimat, weil ihr Weg sie zu weit von dort weggeführt hatte, doch ein Priester führte sie schließlich zu dem Platz, an dem ihr altes Dorf gestanden hatte.«
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Neues Zeitalter, neue Zeiten
Fabio R. de Araujo
Ist das Neue Zeitalter bereits angebrochen oder steht es uns noch bevor?
Ist bereits ein Neues Zeitalter angebrochen – oder befinden wir noch immer in einem »Alten« Zeitalter? Noch vor 100 bis 150 Jahren lebten die Menschen vorwiegend auf dem Land und hielten Kühe und andere Nutztiere. Dann hielt die Elektrizität Einzug und Bürgersteige und andere moderne Dinge entstanden, die eine Grenze zwischen Stadt und Land zogen. Immer mehr Menschen wanderten vom Land in die Stadt ab, weil diese viele Annehmlichkeiten bot, und damit ließen sie auch ihre alte Lebensweise zurück. Aber ist damit auch eine neue Zeit angebrochen – oder steht uns das Neue Zeitalter noch bevor?
Die folgenden Prophezeiungen sind nur einige von denen, auf die man in der westlichen Welt häufiger stößt und die Aufschluss über einige besondere Merkmale des Neuen Zeitalters geben:
– Manche Muslime glauben, dass sich ein schwarzer Nebel von Syrien aus über den gesamten Erdball ausbreiten wird. Dadurch, so glauben sie, werden alle Muslime sterben und nur die schlechten Menschen (also die Christen) werden überleben.
– Einer Prophezeiung christlichen Ursprungs zufolge wird es einen großen Krieg geben, und die Überlebenden werden ein neues Christentum, ein neues Paradies erschaffen. Dieses soll angeblich das wahre Christentum sein, und es soll mit der Zweiten Ankunft von Jesus Christus einhergehen.
– Einigen auf spiritistischem Wege erlangten Prophezeiungen zufolge wird ein neues System unter einer christlich orientierten Regierung eingeführt werden. Diesem System wird ein tiefgreifender sozialer Wandel um das Jahr 2050 vorausgehen, der in Deutschland seinen Anfang nimmt, sich über ganz Europa und später eventuell über die gesamte Welt ausbreitet. Dieses neue System soll etwa 1.000 Jahre lang bestehen, so die Geister, die die Prophezeiung übermittelten.
Das Neue Zeitalter bzw. das Zeitalter der Menschheit, wie Spiritisten es sehen
Die durch Geister übermittelten Prophezeiungen künden von einer tiefgreifenden weltweiten Veränderung, die auf zwei große Katastrophen folgt, wobei es heißt, dass die erste ein Krieg und die zweite eine Naturkatastrophe sein werde. Die Überlebenden werden laut den Prophezeiungen ein vollkommen neues System erschaffen, das sich stark vom Kapitalismus unterscheidet.
Das norwegische Medium W.L. Prenck sagte 1973: »[In diesem System] wird jeder ein Anrecht auf Bildung, Arbeit, ein Haus und gutes Essen haben. Aber jeder wird hart dafür arbeiten und sich völlig verausgaben müssen. Alle Abläufe werden einem bestimmten Programm folgen. Geld anzuhäufen wird als absurd betrachtet werden. Alle 25 Jahre wird der Kreislauf wieder von vorne beginnen. Geld wird es zwar geben, aber es zu horten, wird als undenkbar gelten. Armut und Reichtum sind die beiden Dinge, die die Erde vergiften. In der Zukunft wird es diese Gifte nicht mehr geben. Der Mensch kann ohne Ideale nicht leben, aber das einzige Ideal, das es im Zeitalter der Menschlichkeit noch geben wird, ist das Ideal des Friedens. Zudem wird der Mensch zu einer tiefen Wahrheit finden: Alle Krankheiten gehen vom Geist aus. Wenn der menschliche Geist Frieden gefunden hat, gibt es auch keine Krankheiten mehr. Wenn der Körper krank ist, gilt es den Geist zu heilen, nicht den Körper.«
L. Slidavic aus Kroatien verkündete 1968: »Das neue politische Modell, das im Russland der Zukunft umgesetzt werden wird, ist eines, das in der Vergangenheit bekämpft wurde. Nun wird es eine triumphale Rückkehr erleben. Als Vorbild wird Deutschland dienen, aber ein neues Deutschland.«
Und der Schweizer L. Helmut teilte 1952 mit: »Im Gesetz des Ewigen ist nur Platz für die Guten. Für die Masse wird es kein Entkommen geben, nur für die Übermenschen. […] Und die neue Gesellschaftsform, die den Umgang der Menschen miteinander regelt, wird von diesen herausragenden Menschen ersonnen werden.«
Das Neue Zeitalter des Katholizismus
Die Prophezeiungen mit katholischem Bezugsrahmen kündigen ein Zeitalter an, in der die gesamte Welt den katholischen Glauben angenommen haben wird – angeblich wird es nach einem globalen Krieg zu einer Art Massenkonversion kommen. An anderer Stelle ist davon die Rede, dass der Katholizismus zu seinen Wurzeln zurückkehren, aber dennoch gewissermaßen neu erstehen wird.
Der Priester Laurence Ricci verkündete im 17. Jahrhundert: »Der Protestantismus wird untergehen, und auch das islamische Reich wird seinen Niedergang erleben. […] Eine Handvoll barmherziger, vernunftbegabter Menschen wie auch der Papst werden ihm [einem zukünftigen politischen Anführer] dabei helfen, neue Gesetze zu erlassen und den Geist des Chaos auszutreiben. Nur eine einzige Institution und ein einziger Hirte werden noch über die Menschen wachen.«
Helena Wallraff (1755–1801) aus Brüggen bei Köln war eine einfache, religiöse Frau, die mit ihrem Mann vier Kinder hatte. Gegen Ende ihres Lebens entwickelte sie Stigmata. Von ihr sind die folgenden Worte überliefert: »Gott wird in dieser Zeit große Wunder wirken. Die Kasernen der Soldaten werden in Klöster umgewandelt werden, und jedem wird es freistehen, einem solchen Kloster beizutreten. Kinder werden von Priestern unterrichtet werden. Für die Priesterschaft wird erneut ein Goldenes Zeitalter anbrechen. Alle Gesellschaftsschichten werden gottesfürchtig sein, und auf der Erde werden Gerechtigkeit und Frieden herrschen.«
Neue Lehren für das Judentum
In dem Werk I Giorni del Messia (Herausgeber: DLI, Italien) von Menachem M. Brod, das 1992 ursprünglich in Anlehnung an die Originaltexte unter dem hebräischen Titel Yemòt Hamashìach erschien, heißt es, dass das Judentum eine neue Thora bzw. neue Lehren erhalten werde:
– »Ich werde eine Thora bringen.« (Yesh’ayà 51,4)
– »Ich werde eine neue Thora bringen.« (Vayikrà Rabbà 13,3)
– »Eines zukünftigen Tages wird der Heilige Benedikt eine neue Thora bringen, die ihm der Messias offenbaren wird.« (Yalkùt Shim’òni, Yesh’ayà 429)
Weiter heißt es: »Das Tanna Debe Eliyyahu lehrt: Die Welt wird insgesamt 6.000 Jahre lang bestehen. Während der ersten 2.000 Jahre [von Adam bis Abraham] war sie Ödnis; in den darauf folgenden 2.000 Jahren war das Zeitalter der Thora [von Adam bis 172 Jahre nach der Zerstörung des zweiten Tempels im August des Jahres 70 n. Chr.]; und danach brachen die 2.000 Jahre der Messianischen Ära an.« (Die Messianische Ära meint die Phase des Christentums, die 2.000 Jahre währen soll.) Der Textauszug entstammt dem Blatt 97a des Traktates Sanhedrin im babylonischen Talmud. Diese Prophezeiung sagt die Dauer der christlichen Kirche voraus. Zudem besagt sie, dass um das Jahr 2030 herum, wenn das Messianische Zeitalter (das Zeitalter Jesu Christi) ausläuft, etwas enden oder sich stark wandeln wird, das mit Religion in Zusammenhang steht.
Das Neue Zeitalter im Alten Ägypten
Eine der am besten erhaltenen Ausgaben des Ägyptischen Totenbuchs findet sich im Papyrus von Ani, das 1240 v.Chr. verfasst wurde. In Kapitel LXIV dieses Werkes gibt es eine Endzeit-Prophezeiung, die beschreibt, wie die Seele nach dem Tod aus dem Körper austritt und dem Licht entgegenstrebt. Der Inhalt dieses Kapitels wurde bereits um 2700 v.Chr. auf einer Bronzetafel zu Füßen einer Statue des Gottes Thoth entdeckt und stellt eine der ältesten noch existierenden Prophezeiungen überhaupt dar. Darin heißt es: »Wenn das Gemetzel beendet ist, wird das Blut der Unreinen erkalten und die Erde wird erneut in Überfluss schwelgen und Blumen und neue Früchte hervorbringen. […] In dieser Zeit der Wiedergeburt wird eine wunderbare Harmonie herrschen.«
Das Neue Zeitalter bei den Azteken
Die Prophezeiung in der Sammlung des aztekischen Adligen Tlacael, der im Tenochtitlan des 15. Jahrhunderts lebte, besagt: »Letzten Endes […] werden erneut Liebe und Harmonie vorherrschen.«
Die Prosatexte der Edda
Die Edda ist eine Sammlung alter skandinavischer Texte, die aus dem 5. Jahrhundert stammt, aber erst zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert bekannt wurde. In ihr heißt es: »Dann, wenn schon alles verloren scheint, wird ein neuer Morgen dämmern. Die Sonne wird wieder scheinen. […] Diese neuen Menschen zeichnen sich durch Reinheit aus. Die Nahrung, die sie am zweiten Morgen miteinander teilen werden, ist wie Honigtau, und ihre Kinder werden sich über die ganze Erde verbreiten. […] Auf den Feldern werden sie auf die wundersamen Goldtafeln stoßen, die einst die Alten besaßen.«
Das Neue Zeitalter in ostasiatischen Prophezeiungen
Eine Prophezeiung findet sich in dem Buch Beasts, Men and Gods von Ferdinand A. Ossendowski (1871–1945), das dieser nach einer Asienreise verfasste und das zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlicht wurde. In der Prophezeiung ist zu lesen: »Immer mehr Menschen werden ihre Seele vergessen und sich nur noch mit ihrem Körper befassen. Die ganze Erde wird von Sünde und Korruption beherrscht werden. […] Dann werde ich ein derzeit noch unbekanntes Volk schicken, das der Verrücktheit und Abhängigkeit der Menschen entschlossen ein Ende setzen und die Überlebenden, die ihrer Seele treu geblieben sind, im Kampf gegen das Böse führen wird. Durch die Zerstörung der nationalen Grenzen zwischen den Völkern gereinigt, wird die Erde neues Leben hervorbringen. […] Dann wird das Volk von Agartha seine Höhlen verlassen und an die Oberfläche kommen.«
Im Kalki-Purana, einer 5.000 Jahre alten Hinduschrift, heißt es, der Held Kalki werde kommen, um gegen falsche Religionen und Glaubensrichtungen vorzugehen und erneut ein Zeitalter der Weisen einzuleiten. Kalki ist Vishnus letzte Inkarnation und erscheint auf einem weißen Pferd, das Schwert gezückt. Die wenigen Menschen, die von dem weißen Reiter auserwählt werden, werden ein Goldenes Zeitalter erstehen lassen, das tausend göttliche Jahre lang währen wird. Durch Kalki, so heißt es, wird die Menschheit das Licht jenseits allen Wissens schauen. Kalki, der Priester im Kriegergewand, taucht in gleich mehreren Hinduschriften unter dem Namen Smriti auf, insbesondere in der Bhavishya-Purana. Auch dort merzt er an der Schwelle zum neuen Goldenen Zeitalter alles Böse aus.
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Filed under: Allgemein on Juni 30th, 2010 | No Comments »